Praxis
Wie misst du, ob ChatGPT dich nennt? KI-Sichtbarkeit tracken
Bei Google siehst du deine Position. Bei ChatGPT? Nichts. Kein Dashboard, kein Ranking. So findest du trotzdem heraus, ob und wie KI dich nennt.
Bei Google weißt du ziemlich genau, wo du stehst. Position 3 für dein Hauptkeyword, 1.200 Impressionen im Monat, Klickrate soundso. Alles messbar, alles im Dashboard.
Bei ChatGPT ist da erst mal: nichts. Kein Ranking, keine Impressionen, kein Analytics-Eintrag. Ein Interessent tippt seine Frage, bekommt eine Antwort mit zwei, drei genannten Firmen – und du erfährst nie, ob du dabei warst. Diese Blindheit ist das eigentliche Problem. Denn was du nicht misst, kannst du auch nicht verbessern.
Die gute Nachricht: Ganz blind bist du nicht. Du musst nur wissen, wo du hinschaust.
Der Selbsttest, den du heute machen kannst
Fang simpel an. Öffne ChatGPT und Perplexity, und stell die Fragen, bei denen du eigentlich vorkommen solltest. Nicht „Was macht Firma X?" – das bringt nichts, das beantwortet die KI ja über dich. Sondern die Fragen deiner Kunden: „Welcher Anbieter kann Y für ein Unternehmen wie meins?" oder „Wer ist auf Z spezialisiert im Raum …?".
Schreib dir vorher fünf bis zehn solcher Fragen auf. Das ist der Teil, den die meisten überspringen – und genau der entscheidet, ob der Test etwas taugt. Formuliere sie so, wie ein echter Einkäufer sie stellen würde, nicht wie ein Marketer.
Dann durchgehen, eine nach der anderen, und mitschreiben: Wirst du genannt? Wer sonst? An welcher Stelle?
Worauf du dabei wirklich achtest
„Genannt oder nicht" ist nur die halbe Wahrheit. Interessanter wird's, wenn du genauer hinsiehst:
- Position. Als Erstes genannt oder als Fußnote am Ende? Das erste genannte Unternehmen bekommt in der Wahrnehmung überproportional viel Gewicht.
- Kontext. Wirst du als die Empfehlung genannt oder nur als „unter anderem gibt es auch …"? Ein beiläufiger Nebensatz ist etwas anderes als eine klare Empfehlung.
- Womit. Beschreibt die KI dich zutreffend? Oder erzählt sie Dinge über dich, die veraltet oder schlicht falsch sind? Das kommt öfter vor, als man denkt – und es ist ein Warnsignal.
- Wer sonst. Wer taucht immer auf, wenn du fehlst? Das sind deine eigentlichen Wettbewerber um die KI-Sichtbarkeit, und oft sind es andere als die, die du bei Google im Blick hast.
Warum ein einzelner Test wenig aussagt
Hier wird's unbequem: KI-Antworten schwanken. Dieselbe Frage, zweimal gestellt, kann zwei verschiedene Antworten liefern. Die Modelle werden aktualisiert, sie ziehen mal diese, mal jene Quelle. Ein einmaliger Check ist deshalb eine Momentaufnahme, kein Urteil.
Was du brauchst, ist Wiederholung. Dieselben Fragen, über mehrere Wochen, über mehrere Modelle – ChatGPT, Perplexity, Google mit seinen KI-Übersichten, je nachdem, was deine Zielgruppe nutzt. Erst im Muster über die Zeit erkennst du, ob du stabil auftauchst, gar nicht, oder nur manchmal. Ein bisschen wie Wetter beobachten: Ein sonniger Tag sagt nichts über das Klima.
Was Tools können – und was nicht
Es gibt inzwischen Monitoring-Dienste, die genau das automatisieren: definierte Prompts regelmäßig an mehrere KIs schicken und protokollieren, ob und wie du vorkommst. Für einen laufenden Überblick ist das Gold wert, gerade wenn du nicht jede Woche selbst durchklicken willst.
Aber verlass dich nicht blind auf eine Zahl im Dashboard. Kein Tool kennt die exakte Frage, die dein nächster Kunde tippt. Die Werte sind Näherungen, keine absolute Wahrheit. Nutz sie, um Trends zu sehen – „wir tauchen seit der Content-Überarbeitung häufiger auf" – nicht, um dich an einer Kommastelle festzuhalten.
Und ganz ehrlich: Für den Anfang schlägt der manuelle Selbsttest jedes Tool. Er kostet dich zwanzig Minuten und zeigt dir schwarz auf weiß, wo du stehst.
Vom Messen zum Verbessern
Messen ist nur der Anfang – spannend wird's, wenn du weißt, warum du fehlst. Meistens liegt es nicht am Zufall, sondern daran, dass dein Content für die KI schwer zu verarbeiten ist: keine klaren Aussagen, keine Belege, keine echte FAQ. Wie du das änderst, steht in Content-Struktur für KI und in Wie du zur Primärquelle für ChatGPT & Co. wirst.
Wenn du lieber strukturiert einsteigen willst, statt frei herumzutesten: Der GEO-Readiness-Check geht die entscheidenden Punkte mit dir durch und sagt dir, wo dein Hebel liegt. Und wenn du das Messen und Verbessern lieber in erfahrene Hände gibst – dafür sind wir da.
Häufige Fragen
Sehe ich in Google Analytics, ob ChatGPT mich nennt?
Nein. KI-Nennungen tauchen in keinem klassischen Analytics-Tool auf – es gibt keinen Klick, keine Impression. Du misst sie, indem du selbst testest oder ein spezialisiertes Monitoring nutzt.
Wie oft sollte ich meine KI-Sichtbarkeit prüfen?
Ein einmaliger Test ist nur eine Momentaufnahme. Sinnvoll ist eine regelmäßige Prüfung, etwa monatlich, mit denselben Fragen über mehrere Modelle – um Trends statt Zufälle zu erkennen.
Warum bekomme ich bei derselben Frage unterschiedliche Antworten?
Weil KI-Modelle nicht deterministisch sind und laufend aktualisiert werden. Deshalb zählt das Muster über die Zeit, nicht das Ergebnis eines einzelnen Durchlaufs.
Willst du in den KI-Antworten deiner Branche auftauchen?
Wir prüfen, wie ChatGPT, Gemini und Perplexity dein Unternehmen heute sehen — und machen dich zur Quelle, die sie zitieren.