Praxis
Kennt ChatGPT dein Unternehmen? Ein Test mit drei möglichen Ergebnissen
Frag ChatGPT nach deinem Firmennamen, und du bekommst eine von drei Antworten, eine richtige, eine falsche oder gar keine. Was jede davon bedeutet und was du dann tust.
Frag ChatGPT, was es über dein Unternehmen weiß. Die Antwort fällt in eine von drei Schubladen. Sie stimmt. Sie ist falsch. Oder das Modell kennt dich nicht und sagt das im besten Fall auch, im schlechteren rät es.
Jede dieser Antworten verlangt etwas anderes von dir. Der Artikel Wie misst du, ob ChatGPT dich nennt? behandelt die Fragen deiner Kunden, also ob du empfohlen wirst. Dieser Test setzt eine Stufe früher an: Weiß die KI überhaupt, wer du bist, und stimmt, was sie über dich erzählt?
Drei Fragen in einem leeren Chat
Öffne einen neuen Chat, am besten einen temporären. Sonst reden gespeicherte Erinnerungen aus früheren Unterhaltungen mit, und das Modell erzählt dir, was du ihm selbst einmal über deine Firma gesagt hast.
Die erste Frage nennt Name und Ort: „Was weißt du über die Firma X aus Y?“ Sie zeigt, ob das Modell dein Unternehmen als eigenständige Firma kennt oder mit einer anderen gleichen Namens verwechselt. Die zweite fragt Fakten ab: Sitz, Leistungen, Zielgruppe, Geschäftsführung. Hier siehst du, ob die Angaben aktuell sind. Die dritte lautet: „Woher hast du diese Informationen?“
Achte bei jeder Antwort darauf, ob Quellenlinks darunter stehen. Mit Links hat das System in der Regel gerade im Netz gesucht, ohne Links antwortet es aus dem, was beim Training hängen geblieben ist. Warum dieser Unterschied für deine Maßnahmen wichtig ist, steht in Nicht jede KI sucht.
Warum eine einzelne Antwort nichts beweist
Stell dieselbe Frage zweimal, und du bekommst zwei verschiedene Antworten. Wie groß dieses Rauschen ist, hat Dmitrij Żatuchin von der Estonian Entrepreneurship University of Applied Sciences im Juli 2026 in einem Preprint auf arXiv vermessen. Grundlage waren 12.933 Antworten von drei Modellen zu 20 Marken aus Mittel- und Osteuropa, abgefragt in acht Sprachen. Gemessen wurde, wie positiv oder negativ eine Antwort über die Marke spricht.
Rund 35 % der Streuung entstanden allein dadurch, dass dieselbe Frage noch einmal gestellt wurde. Die Sprache der Frage erklärte je nach Auswertung zwischen 26,5 und 32 %, die Marke selbst 1,5 %. Eine einzelne Antwort sagt über eine Marke demnach fast nichts aus.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Die Arbeit entstand bei Rankfor.AI, einem Anbieter von KI-Sichtbarkeitsmessung, der Autor legt dieses Geschäftsinteresse im Papier offen. Und untersucht wurde der Tonfall der Antworten. Ob eine Marke überhaupt genannt wird, soll erst eine Folgearbeit klären.
Für deinen Test heißt das: Stell jede Frage fünfmal, jedes Mal in einem neuen Chat. Fünf Wiederholungen sind in der Praxis üblich, eine sechste bringt laut der Arbeit kaum noch etwas. Verkaufst du in mehreren Ländern, frag zusätzlich in jeder Sprache deiner Märkte und wiederhole alles in Perplexity und Gemini. Am Ende zählst du aus, in wie vielen von fünf Antworten das Modell dich kannte und in wie vielen die Fakten stimmten.
Wenn die KI dich nicht kennt
Dann fehlt dem Modell Material über dich, und zwar meistens außerhalb deiner Website. Ahrefs hat im Dezember 2025 für 75.000 Marken ausgewertet, welche Merkmale mit Nennungen in KI-Antworten zusammenhängen. Bei ChatGPT korrelierten Erwähnungen der Marke auf anderen Websites mit 0,66 und Erwähnungen in YouTube-Videos mit rund 0,74. Die Zahl der Seiten auf der eigenen Website kam auf rund 0,19, wobei 1 ein vollständiger Zusammenhang wäre und 0 gar keiner.
Ahrefs weist selbst darauf hin, dass eine Korrelation keine Ursache belegt. Die Stichprobe enthält nur Marken, deren Website schon ein starkes Linkprofil hat (Domain Rating über 40). Die Richtung ist trotzdem deutlich: Zusätzliche Seiten auf der eigenen Domain sind kein verlässlicher Weg, einem Modell bekannt zu werden.
Was du brauchst, sind Stellen im Netz, an denen andere über dich schreiben oder an denen deine Firma sauber eingetragen ist. Dazu zählen Branchenverzeichnisse, Verbandsseiten, Fachmedien, Referenzen auf Kundenseiten, das Unternehmensprofil bei Google und die Unternehmensseite bei LinkedIn. Name, Anschrift und Leistungsbeschreibung lauten überall gleich. Auf deiner eigenen Seite gehört ein Organization-Eintrag in die strukturierten Daten, der per sameAs auf diese Profile zeigt und die verstreuten Einträge maschinenlesbar mit deiner Firma verknüpft. Wie du von dort aus zur zitierten Quelle wirst, steht in Wie du zur Primärquelle für ChatGPT & Co. wirst.
Rechne mit Geduld. Was ein Modell aus seinem Training weiß, ändert sich erst mit einer neuen Modellversion. Systeme mit Live-Suche greifen neue Einträge schneller auf.
Wenn die KI Falsches erzählt
Die alte Adresse, ein Geschäftsführer, der längst ausgeschieden ist, eine Leistung, die du nie angeboten hast. Meist steht der Fehler irgendwo im Netz, und das Modell hat ihn von dort übernommen. Frag nach der Quelle und sieh sie dir an. Oft ist es ein Verzeichniseintrag aus der Zeit vor dem Umzug, eine alte Pressemitteilung oder eine vergessene Unterseite deiner eigenen Website. Dort korrigierst du. Einen direkten Zugriff auf die Antwort hast du nicht.
Manchmal existiert die genannte Quelle gar nicht. Ahrefs hat 16 Millionen von KI-Assistenten zitierte Adressen geprüft. Bei ChatGPT führten 2,38 % ins Leere, bei den Seiten in Googles Top 20 waren es 0,84 %. Ein Teil dieser Links war veraltet, ein Teil frei erfunden. Klick also jeden Quellenlink an, den dir die KI nennt.
Findest du keine Quelle und die Angabe ist trotzdem falsch, machst du die richtige deutlicher. Schreib Sitz, Gründungsjahr, Geschäftsführung und Leistungen in klaren Sätzen auf eine Seite deiner Website und trag dieselben Angaben in die Profile aus dem vorigen Abschnitt ein.
Wenn die KI dich kennt, aber nicht nennt
Die Fakten stimmen, aber du fehlst, sobald jemand ohne deinen Namen fragt, etwa nach Anbietern für deine Leistung in deiner Region. Für dein Geschäft ist das die wichtigere Frage, denn so fragen Interessenten, die dich noch nicht kennen.
Ein gutes Google-Ranking überträgt sich dabei kaum. In einer Ahrefs-Auswertung von 15.000 Suchanfragen aus dem August 2025 standen im Schnitt nur 12 % der von KI-Assistenten zitierten Seiten für dieselbe Frage auch in Googles Top 10. Bei ChatGPT, Gemini und Copilot waren es jeweils rund 8 %, bei Perplexity 28,6 %. Ahrefs erklärt das damit, dass die Assistenten eine Frage in mehrere Suchanfragen zerlegen und deren Treffer zusammenführen.
Wie du die Fragen deiner Kunden sammelst und über Wochen verfolgst, steht im Artikel zum Messen der KI-Sichtbarkeit. Welche Inhalte ein Modell leicht zitieren kann, zeigt Content-Struktur für KI.
Was du von dem Test erwarten darfst
Mehr Besucher bringt dir eine Nennung zunächst kaum. Laut Ahrefs-Daten von 76.000 Websites vom Februar 2026 kamen knapp 40 % der Besuche über Google und 0,21 % über ChatGPT. Google schickt demnach rund 190-mal so viele Besucher. Der Wert einer Nennung liegt vor dem Klick: Dein Name steht in der Antwort, wenn jemand seine Anbieterliste zusammenstellt, auch wenn diese Person danach nie auf einen Link tippt.
Und das Bild bewegt sich. Semrush hat über 13 Wochen 230.000 Prompts beobachtet. Anfang August 2025 zitierte ChatGPT in knapp 60 % der Antworten Reddit, Mitte September waren es noch rund 10 %. Wiederhole den Test deshalb in festen Abständen und heb die Ergebnisse auf. Dann siehst du, ob deine Korrekturen angekommen sind.
Wie weit deine eigene Seite ist, geht der GEO-Readiness-Check Punkt für Punkt mit dir durch. Und wenn du den Test einmal sauber über alle Systeme und Sprachen aufgesetzt haben willst: Die Prompt-Analyse ist der erste Baustein in unserem GEO Audit.
Häufige Fragen
Wie finde ich heraus, ob ChatGPT mein Unternehmen kennt?
Frag in einem neuen Chat nach deinem Firmennamen samt Ort, danach nach Sitz und Leistungen und zuletzt nach den Quellen. Stell jede Frage fünfmal und zähl, wie oft die Antwort stimmt. Eine einzelne Antwort kann Zufall sein.
Kann ich eine falsche Angabe über mein Unternehmen bei ChatGPT korrigieren lassen?
Ein Formular, über das Unternehmen ihre Daten bei ChatGPT pflegen, gibt es nicht. Du korrigierst die Stelle im Netz, von der die Angabe stammt, etwa einen alten Verzeichniseintrag, und schreibst die richtige Angabe eindeutig auf deine Website und in deine Profile.
Muss ich den Test in mehreren Sprachen machen?
Wenn du in mehreren Ländern verkaufst, ja. In einer Auswertung von 12.933 KI-Antworten war die Sprache der Frage der größte systematische Einfluss auf das Ergebnis. Prüf deshalb jede Sprache, in der deine Kunden fragen.
Welche KI-Systeme sollte ich prüfen?
Mindestens ChatGPT, Perplexity und Gemini, dazu die KI-Antworten in der Google-Suche. Die Systeme greifen auf unterschiedliche Quellen zu, deshalb lässt sich das Ergebnis aus einem nicht auf die anderen übertragen.
Willst du in den KI-Antworten deiner Branche auftauchen?
Wir prüfen, wie ChatGPT, Gemini und Perplexity dein Unternehmen heute sehen, und machen dich zur Quelle, die sie zitieren.